Vastu ordnet jede Nutzung einer Himmelsrichtung zu. Dahinter steht die
vedische Beobachtung des Sonnenlaufs: Der Osten
bekommt das erste, flache, milde Licht — dorthin gehören Eingang und
Wohnräume, die den Tag beginnen. Der Südosten heizt sich am Vormittag auf —
der klassische Ort des Feuers, also der Küche. Der Südwesten speichert die
Wärme des Tages und kommt abends zur Ruhe — der richtige Ort zum Schlafen.
Der Norden bleibt gleichmäßig hell, ohne zu blenden — ideal zum Arbeiten.
Dazu kommt das Gewicht: Vastu legt Masse und Höhe nach Süden und Westen,
Öffnung und Leichtigkeit nach Norden und Osten. Das Haus schirmt die harte
Nachmittagssonne ab und öffnet sich dem Morgen. Wer so baut, baut zugleich
klimatisch klug — vieles, was heute als solare Architektur gilt, ist im
Vastu seit Jahrhunderten Regel.
Die Rose zeigt die acht Richtungen mit ihren Qualitäten und typischen
Nutzungen. Sie ist Ausgangspunkt jeder Vastu-Analyse: erst der Ort und seine
Richtungen, dann der Grundriss.