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VASTU VERSTEHEN

Das Vastu-Purusha-Mandala

Das 9 × 9-Raster mit der offenen Mitte — wie ein Diagramm seit Jahrtausenden Grundrisse ordnet.

Das Vastu-Purusha-Mandala ist das Herzstück der Lehre: ein quadratisches Diagramm, meist in 9 × 9 = 81 Felder geteilt, das dem Grundriss als Ordnung unterlegt wird. Der Überlieferung nach liegt in ihm der Purusha, der kosmische Urmensch — Kopf im Nordosten, Füße im Südwesten. Jedes Feld trägt eine Qualität, die den dort liegenden Räumen ihre Aufgabe zuweist.

Architektonisch gelesen leistet das Mandala drei Dinge. Erstens gibt es dem Grundriss eine Proportion: das Quadrat als ruhige, gerichtete Grundform. Zweitens verteilt es die Nutzungen nach den Himmelsrichtungen — schwere, ruhige Räume nach Südwesten, offene und helle nach Nordosten. Drittens schützt es die Mitte: Das Brahmasthan, die zentralen 3 × 3 Felder, bleibt unbebaut und unverstellt — kein tragender Pfeiler, keine Treppe, kein Bad. In modernen Häusern wird daraus ein Luftraum, ein Innenhof oder schlicht die offene Halle, um die sich alles ordnet.

Für den Entwurf ist das Mandala kein starres Gesetz, sondern ein Prüfraster: Es macht sichtbar, wo ein Grundriss dicht und wo er offen ist, wo er trägt und wo er atmet.

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Olivera Reuther begleitet Sie von der ersten Idee bis zum fertigen Raum — in Berlin und darüber hinaus.

© 2026 Olivera Reuther · Vastu-Architektur · Berlin